Erster China-Deutschland-Berufsbildungs-Globalisierungskongress erfolgreich in Chengdu veranstaltet

Veröffentlichungsdatum:2025-05-30

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Am 30. Mai 2025 fand der „Beschäftigungsherausforderungen und neue Chancen im Zeitalter der KI – China-Deutschland-Berufsbildungs-Globalisierungskongress 2025“ unter der Schirmherrschaft von LEI Reich und dem Deutsch-Chinesischen Verein für Wirtschaft, Bildung und Kultur (DCG) im Geschäfts- und Innovationszentrum für die China-Europa-Zusammenarbeit (CCEC) in Chengdu statt. Vor dem Hintergrund, dass die KI-Technologie die globale industrielle Landschaft umgestaltet und den Arbeitsmarkt herausfordert, führte der Kongress eingehende Diskussionen zu Themen wie dem Globalisierungstrend der Berufsbildung, neuen Modellen der Industrie-Bildungs-Integration sowie der Ausbildung und Beschäftigung internationaler Talente durch. Er lieferte wichtige fachliche Impluse und praktische Orientierungen für die Lösung von Beschäftigungsproblemen im Zeitalter der KI und die Vertiefung der deutsch-chinesischen Berufsbildungs-Zusammenarbeit. Knapp 200 Gäste nahmen am Kongress teil, darunter deutsch-chinesische Bildungsexperten, Branchenführer, Unternehmensvertreter, Regierungsbehördenvertreter, Praktiker des dualen Berufsbildungssystems sowie Fachleute aus verschiedenen Bereichen.

Yuan Yi, Leiter des Abteilung für Internationale Beziehungen des Zentrums für Internationalen Bildungsaustausch Chengdu, und Martin Hagen, Geschäftsführer des Think Tank Republik 21, hielten die Eröffnungsreden und betonten die wichtige Rolle der Berufsbildung in der wirtschaftlichen Entwicklung und der Fachkräfteausbildung sowie die breiten Perspektiven der deutsch-chinesischen Berufsbildungs-Zusammenarbeit.

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Der KI-Herausforderung mit dem dualen System begegnen: Innovationen nutzen und Win-Win-Lösungen schaffen

Die tiefgreifende und kontinuierliche Anwendung der KI hat die sozioökonomische Effizienz stark gesteigert, gleichzeitig aber auch enorme Herausforderungen für die Beschäftigten mit sich gebracht. Da eine große Anzahl sich wiederholender und standardisierter Arbeitsplätze wegfällt oder beeinträchtigt wird, stellt sich die Frage: Wo liegen die Beschäftigungsmöglichkeiten für die Menschen? Und wie kann man einen Ausweg aus dieser Situation finden?

Zhao Lei, Direktorin des DCG-Büros in Chengdu (China) und Geschäftsführerin von LEI Reich, stellte in ihrem Hauptvortrag zum Thema „Politik, aktuelle Situation und Trends der Globalisierung der deutsch-chinesischen Berufsbildung“ neue Ideen vor. Als renommierte Expertin mit langjähriger Erfahrung im Bereich der deutsch-chinesischen Berufsbildung ist sie überzeugt, dass das unaufhaltsame KI-Zeitalter zwar unweigerlich einige Berufe überflüssig machen, aber auch neue Chancen eröffnen wird. Das deutsche duale Berufsbildungssystem ist nicht nur die „Geheimwaffe“ für den wirtschaftlichen Aufschwung Deutschlands, sondern auch eine entscheidende Brücke, die die individuelle Berufsausbildung mit der beruflichen Karriereentwicklung verknüpft.

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Das deutsche duale Berufsbildungssystem ist ein weltweit erfolgreiches Modell der Berufsbildung. Es folgt einem Ansatz, bei dem die Ausbildung teilweise in Unternehmen und teilweise in Berufsschulen stattfindet. Dadurch werden Fachkräfte mit soliden beruflichen Fähigkeiten ausgebildet, die in allen Wirtschaftszweigen Deutschlands eine wichtige Stütze bilden und in der Gesellschaft hohe Anerkennung und großen Respekt genießen. Die Verbindung von Theorie und Praxis hat eine solide Grundlage für den wirtschaftlichen Aufschwung Deutschlands gelegt.

Nach Daten des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, des Statistischen Bundesamts, der Hochschulrektorenkonferenz der deutschen Fachhochschulen und des Zentralverbands der Deutschen Handwerkschaft (HWK) beträgt die aktuelle Zahl der Teilnehmer im deutschen dualen Berufsbildungssystem etwa 500.000, was mehr als 60 % der Schüler in der Sekundarstufe II entspricht. Nach dem Erwerb einer beruflichen Qualifikation können sich Studierende einiger Fachrichtungen ohne Eignungsprüfung für entsprechende universitäre Studiengänge bewerben, und 40 % der Studierenden an deutschen Fachhochschulen verfügen über einen beruflichen Hintergrund. Jährlich erwerben etwa 100.000 Absolventen der Berufsbildung durch Weiterbildung höhere berufliche Qualifikationen (wie Meister oder Ingenieur). Diese Absolventen werden nicht nur von Unternehmen bevorzugt, sondern erhalten auch attraktive Entgelte. Beispielsweise steigt das durchschnittliche Gehalt von Absolventen der Berufsbildung, die die Meisterprüfung bestehen, um 20 bis 30 %. Dies macht das duale Berufsbildungssystem bei jungen Deutschen beliebter. Angesichts des zunehmend akuten Alterungsproblems in Deutschland hat es sich zu einer wichtigen Säule entwickelt, um Fachkräfte aus der ganzen Welt anzuziehen.

Bernd Einmeier, Vorsitzender des DCG, gab in seinem Hauptvortrag zum Thema „Das deutsche duale Bildungssystem – eine kluge Wahl für eine internationale Karriere“ praktische Empfehlungen für chinesische Bewerber. Er erläuterte detailliert die aktuelle Personalsituation in Deutschland, die Nachfrage und den Trend bei der Zuwanderung von Fachkräften sowie die entsprechenden politischen Rahmenbedingungen. Er erklärte, dass Deutschland einen hohen Bedarf an qualifizierten Fachkräften hat und gleichzeitig an einem strengen System der beruflichen Bildung sowie hohen Standards für Fachkräfte festhält. Dadurch ist sichergestellt, dass Absolventen des dualen Systems nach dem Erwerb einer beruflichen Qualifikation eine sichere Beschäftigung, attraktive Gehälter und hohes gesellschaftliches Ansehen genießen. Dies hat immer mehr angehende Fachkräfte aus China angezogen, um eine Berufsbildung in Deutschland zu absolvieren, und liefert zudem einen Impuls für die deutsch-chinesische Zusammenarbeit in der Berufsbildung.

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Martin Hagens Vortrag zum Thema „Aktuelle Situation und Nachfrage nach Fachkräften in Bayern“ bestätigte diese Einschätzung: Das deutsche duale System der Berufsausbildung ist ausgereift. Als wirtschaftlicher und technologischer Spitzenstandort Deutschlands leidet Bayern unter einem erheblichen Mangel an qualifizierten Fachkräften. Daher besteht ein dringender Bedarf daran, dass Unternehmen Fachkräfte ausbilden oder anwerben. Die Landesregierung hat zu diesem Zweck entsprechende Förderprogramme aufgelegt.

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Nach Hagens Ausführungen unterscheidet sich das deutsche duale Berufsbildungssystem von dem der meisten Länder vor allem dadurch, dass Unternehmen – und nicht Bildungseinrichtungen – die zentralen Träger der Berufsbildung in Deutschland sind. Unternehmen bieten den Auszubildenden nicht nur Praktikumsplätze, sondern vermitteln ihnen auch praktische Erfahrungen. Darüber hinaus beteiligen sie sich an der Entwicklung von Lehrplänen und spielen eine führende Rolle in der Berufsbildung. Die Unternehmen selbst müssen zudem strenge Prüfungen durch zuständige Institutionen wie die deutschen Industrie- und Handelskammern sowie die Berufsverbände bestehen, um zur dualen Ausbildung berechtigt zu sein. Innerhalb dieses Mechanismus können Unternehmen durch ihre Teilnahme an der Berufsbildung hochqualifizierte Fachkräfte ausbilden, die ihren individuellen Anforderungen entsprechen. Gleichzeitig entwickeln die Auszubildenden während der Ausbildung eine starke Identifikation mit der Unternehmenskultur und den Perspektiven der Branche – so entsteht ein positiver Kreislauf zwischen Beschäftigung und Bildung.

Globalisierung der deutsch-chinesischen Berufsbildung: Eintritt in eine goldene Ära

Das vom industriellen Bedarf angetriebene Modell des deutschen dualen Berufsbildungssystems mit der tiefen Beteiligung von Unternehmen stimmt in hohem Maße mit der Reformrichtung der chinesischen Berufsbildung überein, wie etwa der Förderung der Integration von beruflicher und allgemeiner Bildung sowie der Integration von Industrie und Bildung. Der Zeitpunkt ist ideal, um die Globalisierung der Berufsbildung voranzutreiben und die Zusammenarbeit in der Talentausbildung zu fördern.

Auf dem Kongress hielt Li Changsong, Vizedirektor der Fakultät für Elektrotechnik der Sichuan-Universität, einen Vortrag zum Thema „Der Professionalisierungstrend der chinesischen Hochschulingenieurausbildung – Eine Fallstudie zur Exploration und Praxis forschungsorientierter Universitäten“. Ausgehend von den Hintergründen, Herausforderungen, Anforderungen und Professionalisierungspfaden der Hochschulingenieurausbildung zeigte er anhand des deutsch-chinesischen Kooperationsprogramms zwischen der Sichuan-Universität und der Technischen Universität Clausthal die Gemeinsamkeiten, Unterschiede und die Komplementarität der beiden Bildungsmodelle auf. Bemerkenswert ist, dass die Zusammenarbeit zwischen der Sichuan-Universität und der Technischen Universität Clausthal auf mehr als 20 Jahre zurückgeht. Die langjährige Zusammenarbeit der beiden Universitäten hat wertvolle Erfahrungen hervorgebracht und ein Vorbild für die Vertiefung der deutsch-chinesischen Zusammenarbeit im Bereich der Hochschulingenieurausbildung gesetzt.

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Praktiker, die Erfahrungen mit der deutsch-chinesischen Berufsbildung gesammelt haben, teilten auf dem Kongress auch ihre persönlichen Erlebnisse und Einsichten.

Zhou Mengyao, eine praktische Ausbilderin an der IB-Universität der deutschen IB-Bildungsgruppe, begann ihre berufliche Laufbahn mit einer Berufsausbildung in China. Sie ging zunächst als Krankenschwester zur Arbeit nach Deutschland, absolvierte anschließend mit Hilfe des deutschen Berufsbildungssystems eine Reihe von beruflichen Fort- und Weiterbildungen und verwirklichte schließlich ihren seit Kindheit gehegten Traum, Lehrerin zu werden. Ihr Werdegang zeigte, welche wichtige Rolle die deutsch-chinesische Berufsbildung bei der persönlichen Entwicklung spielen kann. Sie hielt ihren Vortrag auf dem Kongress online ab.

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Wang Qian, Mutter eines aktuellen Teilnehmers des dualen Ausbildungssystems, teilte ihre Erfahrungen und Erkenntnisse aus der gemeinsamen Entwicklung mit ihrem Kind während dessen dualer Ausbildung. Sie schilderte, wie sie ihr Kind bei der Entscheidung für den dualen Bildungsweg unterstützte, es beim Deutschlernen und bei Vorstellungsgesprächen begleitete und schließlich die Abreise nach Deutschland miterlebte. Besonders eindrücklich war für sie, das Wachstum und die Veränderungen ihres Kindes in Deutschland zu beobachten. Auf der Grundlage ihrer persönlichen Erfahrungen gab sie anderen Eltern, die bei der Zukunftsplanung ihrer Kinder noch verunsichert sind, persönliche Empfehlungen mit auf den Weg.

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Intensiver Austausch: Perspektiven der deutsch-chinesischen Zusammenarbeit in der Berufsbildung

Die Gäste tauschten sich auf dem Kongress im Rahmen eines Runden Tischs intensiv über die Zusammenarbeit und die Perspektiven der deutsch-chinesischen Berufsbildung aus.

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Zhao Lei, Bernd Einmeier, Martin Hagen, Guo Nan – Vizevorsitzender des DCG und Geschäftsführer der TiNC International Co., Ltd. – sowie Hou Zhichun, Vizepräsident der Urban Vocational College of Sichuan, berichteten von ihren eigenen beruflichen Ausbildungen, die sie absolviert hatten und die sie nachhaltig geprägt hatten. Sie diskutierten zudem über Möglichkeiten zur weiteren Vertiefung der deutsch-chinesischen Zusammenarbeit in der Berufsbildung und äußerten ihre Erwartungen an die zukünftige Entwicklung der deutsch-chinesischen Berufsbildung. Als Unternehmer, der in Deutschland ein Unternehmen gegründet hat, würdigte Guo Nan auf der Grundlage seiner langjährigen Erfahrungen in Deutschland ausdrücklich die Lern-, Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit chinesischer Studierender und qualifizierter Fachkräfte nach ihrem Aufenthalt in Deutschland.

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Hou Zhichun gab bekannt, dass die Urban Vocational College of Sichuan seit 2019 mit LEI Reich zusammenarbeitet, um die Lokalisierung des dualen Bildungssystems voranzutreiben. So habe die Hochschule beispielsweise Vorträge für Krankenpflegeschüler angeboten, deutsche Fachkurse in der Krankenpflege eingeführt und gegenseitige Besuche organisiert. Ziel sei es, die hochautomatisierte und digitale Pflegetechnologie sowie die fortschrittlichen Pflegekonzepte Deutschlands kennenzulernen.

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Ende 2022 veröffentlichte China die Richtlinien zur Vertiefung der Reform des Aufbaus des modernen Berufsbildungssystems. Darin wird ausdrücklich festgestellt, dass es notwendig ist, den Aufbau des modernen Berufsbildungssystems zu beschleunigen, die Vertiefung der Verzahnung von Wirtschaft und Bildung zum Kern zu machen, die Qualität und Anpassungsfähigkeit der Berufsbildung umfassend zu verbessern und sich zu bemühen, hochqualifizierte Fachkräfte auszubilden. Dies wird eine solide Grundlage für den Wandel Chinas vom großen zum starken Bildungsland und vom Land mit großen Personalressourcen zu einem Land mit starken Personalressourcen legen.

Wie Bernd Einmeier sagte, wird die deutsch-chinesische Zusammenarbeit im Bereich der Berufsbildung zweifellos umfassender und intensiver werden. Nach der Überwindung von Herausforderungen wie kulturellen und bildungspolitischen Unterschieden, unterschiedlichen Berufsstandards und Sprachbarrieren tritt die deutsch-chinesische Berufsbildung in eine goldene Ära ein. Durch die gemeinsamen Bemühungen beider Seiten wird sie voraussichtlich größere Erfolge erzielen. Sie wird einen bedeutenden Beitrag zur wirtschaftlichen Entwicklung und zur Fachkräfteausbildung beider Länder leisten sowie einen positiven Einfluss auf die Entwicklung der globalen Berufsbildung ausüben.

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